Bingen 18.03.2026: Die Technische Hochschule Bingen hat sich in fast 130 Jahren zu einem wichtigen Motor für Innovation, Unternehmen und hochqualifizierte Beschäftigung in der Region entwickelt. Mit derzeit rund 40 Studiengängen und etwa 150 Laboren bietet sie ein breites Spektrum über die klassischen Ingenieur- und Naturwissenschaften hinaus in interdisziplinären Angeboten wie der Biotechnologie.
Die Präsidentin der Hochschule, Prof. Dr. Antje Krause, beschrieb die TH Bingen anlässlich des Besuchs der Lions Clubs Bingen und Rhein-Nahe als „eine kleine, zugleich dynamisch wachsende Hochschule“. Ihre besondere Stärke liege in der Praxisnähe: „Kurze Wege zwischen Studierenden und Lehrenden sowie moderne, digitale und englischsprachige Studienangebote zeichnen uns aus.“
Die internationale Nachfrage nach Studienplätzen – unter anderem aus Indien – übersteigt inzwischen die vorhandenen Kapazitäten. Insgesamt fehlt der TH schon lange ein großer, multifunktionaler Hörsaal. Nach 15 Jahren Planungszeit soll ein teilbares Audimax mit 400 Plätzen in Kürze in Betrieb gehen. „Der ursprüngliche Standort in Bingen wurde 1897 als Rheinisches Technikum innerhalb eines Jahres errichtet“, so Krause mit einem Augenzwinkern. Stolz verspürt die Hochschule auch über das soeben erlangte Promotionsrecht an einigen Lehrstühlen. Damit verbindet die Hochschule praxisorientierte Lehre in noch stärker mit wissenschaftlicher Forschung.
Im Anschluss erhielten die Lions Einblicke in die Labore der Biotechnologie, einem besonders dynamisch wachsenden Studienbereich.
Dr.-Ing. Marco Witthohn erläuterte ein Forschungsprojekt mit neuartigen, transferierbaren Skalierungsverfahren für biotechnologische Prozesse am Beispiel der Kultivierung von Mikroalgen. Prof. Dr. Maik-Jörg Lehmann berichtete in einem neuen Labor über die hohen Sicherheitsstandards in der Biochemie sowie in der Zell- und Mikrobiologie. Auch praxisnahe Aspekte wurden anschaulich vermittelt: So kann beim Reinigen staubbelasteter Räume – etwa von Kellern – das Tragen einer FFP2-Maske sinnvoll sein, um Infektionen durch das Hantavirus zu vermeiden. Dieses wird über Ausscheidungen von Nagetieren übertragen.
Ein weiteres Forschungsfeld stellte Prof. Dr. Kerstin Troidl vor: In der biomedizinischen Forschung zur Wundheilung wird untersucht, wie sich insbesondere chronische Wunden besser schließen lassen. Mit künstlichen Wunden in Hautzellen von Mäusen werden Versuche gestartet, wie sich die Wunden am schnellsten wieder schließen lassen.

Abschließend präsentierte Prof. Dr. Lehmann ein internationales Zertifikatsprogramm in der Biotechnologie mit über 20 praxisorientierten Lernmodulen. Studierende aus Ruanda können daran vollständig digital teilnehmen und anerkannte Zusatzqualifikationen erwerben. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie moderne Technologien und innovative Lehrkonzepte neue Zugänge zur Bildung eröffnen.
Nach rund zwei Stunden dankte der Präsident des Lions Clubs Bingen, Jörg Berres, für die eindrucksvollen Einblicke in die Entwicklung und die Zukunftsperspektiven der TH Bingen.

