Bingen, 16.09.2026: Anlässlich einer Führung über die Binger Skulpturen-Triennale wurde der Lions Club Bingen von deren Stifter Kuno Pieroth begrüßt. Er erinnerte an die Landesgartenschau 2008 und die Idee, die damals neu gestalteten öffentlichen Räume – insbesondere das Rheinufer – dauerhaft auch kulturell zu nutzen. Kunst sollte nicht nur im Museum, sondern frei zugänglich im Stadtraum erlebbar sein.
Seit 2008 wurden im Rahmen der Triennale mehr als 120 anerkannte Künstlerinnen und Künstler präsentiert. Die inzwischen 7. Skulpturen-Triennale steht unter dem Motto „Verbindung und Zusammenhalt“, erläuterte die Führerin Jutta Nelißen. Die 24 gezeigten Werke laden dazu ein, darüber nachzudenken, was Menschen verbindet, stärkt und Halt gibt – aber auch darüber, wie fragil Zusammenhalt sein kann.
Mit fachkundigen Erläuterungen führte Jutta Nelißen die Lions in die Gedankenwelt der Künstlerinnen und Künstler ein. Ergänzende Texttafeln an den Skulpturen ermöglichen auch Besucherinnen und Besuchern ohne Führung einen Zugang zu den Werken.
Welches Kunstwerk besonders beeindruckt, entscheidet am Ende jedoch auch das Auge des Betrachters. Zu den auffälligsten Werken zählen die beiden monumentalen Scheren „Die Doppelgängerin“ von VALIE EXPORT, ein Kunstwerk, das sich viele Binger auch über den 4.10.2026 an der Rheinpromenade vorstellen könnten.

Aufmerksamkeit erzeugt ebenso die Verwandlung eines einfachen Bauwagens in einen Tempel durch den ukrainischen Künstler Sasha Kurmaz. Das bewusst irritierende Werk setzt sich kritisch mit der Vereinnahmung öffentlicher Räume durch die orthodoxe Kirche sowie mit dem Verhältnis von Religion, Gesellschaft und Krieg auseinander. Gundula Berking von den Lions erzählte hierbei ihre Geschichte des Bauwagens zu einer fahrbaren orthodoxen Kirche mit beeindruckenden Worten.

Der abwechslungsreiche Kunstrundgang entlang der Rheinpromenade endete mit einem Dank des Lions-Präsidenten Stefan Wienand an Jutta Nelißen und Kuno Pieroth für die fachkundigen und persönlichen Einblicke in die diesjährige Triennale.

