Bingen, 02.03.2026: Der traditionelle Ausflug des Lions Clubs Bingen führte in diesem Jahr in das Ahrtal, das am 14./15. Juli 2021 von einer Jahrhundertkatastrophe mit über 135 Todesopfern heimgesucht wurde. Auch die Binger Lions spendeten in dieser Zeit mehrfach für die Bewältigung der Flutkatastrophe.
Auf dem Weg ins Ahrtal besuchten die Lions zunächst das Deutsche Vulkanmuseum Lava-Dome, das die geologische Geschichte der Region eindrucksvoll vermittelt. Die im Mittelalter durch Basaltabbau entstandenen Lavakeller waren für Mendig im 19. Jahrhundert aufgrund ihrer konstanten Temperatur von großer Bedeutung als Lagerstätten für untergäriges Bier. Im Anschluss lud die benachbarte Vulkanbrauerei zur Einkehr ein.
Im Ahrtal wurden die Lions vom Geschäftsführer der Zukunftsregion Ahr e. V., David Bongart, zu einem Vortrag mit anschließender Rundfahrt empfangen. Mit seinem privaten Haus selbst von der Katastrophe betroffen, schilderte er eindrucksvoll die Ereignisse des Katastrophentages, die schwierige Zeit danach sowie die überwältigende Hilfsbereitschaft. Kaum jemand im Tal kennt nicht Menschen, die Angehörige verloren haben. Ein zentrales Fazit: Der Hochwasserschutz muss künftig eine nachhaltige Priorität erhalten. Jahrhundert-Hochwasser an der Ahr gab es bereits 1804 und 1910. Das Bauen in unmittelbarer Flussnähe gehört der Vergangenheit an. Entscheidend ist nun insbesondere der Bau von Rückhaltebecken mit den dafür notwendigen finanziellen Mitteln.
Wer heute durch das Ahrtal fährt, sieht u.a. eine erneuerte Bahntrasse mit Zügen im Halbstundentakt sowie Gemeinden mit zahlreichen sanierten oder neu errichteten Gebäuden und Einrichtungen. Im besuchten Hotel in Altenahr und in den gastronomischen Betrieben erlebten die Lions hohe Qualität und große Gastfreundschaft. Auch die Führung in Bad Neuenahr-Ahrweiler vermittelte eindrucksvoll den Stand des Wiederaufbaus, unter anderem bei den Kureinrichtungen entlang der Ahr. Rund 5 Milliarden Euro aus dem gemeinsamen Fördertopf von Bund und Ländern sind bislang ins Ahrtal geflossen; zahlreiche Projekte befinden sich jedoch noch in Planung.
Zum Programm gehörten zudem der Besuch der Römervilla sowie des ehemaligen Regierungsbunkers – beide mit eindrucksvollen Führungen. Die beim Straßenbau 1980 entdeckte Römervilla versetzt Besucher gedanklich in die Zeit der Kelten und Römer im 2. und 3. Jahrhundert. Sichtbar sind die Reste eines römischen Gutshofes mit Heizsystem und Badeanlagen. Der nahegelegene Regierungsbunker umfasste einst eine 17 Kilometer lange Anlage und ist ein bedeutendes Zeugnis des Kalten Krieges. In den 1990er Jahren wurde er – auch aus Kostengründen – stillgelegt. An dieser Station begrüßte der Erste Kreisbeigeordnete und Landtagsabgeordnete Horst Gies die Binger Lions-Freunde. Der Präsident des Lions Clubs Bingen, Jörg Berres, bedankte sich in alter Verbundenheit und resümierte: „Die Gemeinden und ihre Einwohner haben in wenigen Jahren Unglaubliches geleistet. Die Zukunft im Ahrtal hat wieder begonnen.“
In dem renommierten Rotweinanbaugebiet durfte schließlich ein Besuch in Mayschoß bei der ältesten Winzergenossenschaft der Welt nicht fehlen. Nach Kellerführung und Weinprobe nahm so mancher Lions-Freund eine „flüssige Erinnerung“ mit nach Hause.
Den Abschluss des dreitägigen Ausflugs bildete auf dem Rückweg das Benediktinerkloster Maria Laach. Neben den zahlreichen Sehenswürdigkeiten beeindruckte insbesondere die prachtvolle Jesuitenbibliothek aus dem 19. Jahrhundert.
Die Binger Lions verabschiedeten sich mit dem Fazit: „Die Ahr lädt zum Wiederkommen ein.“

Im Lava-Keller in Mendig

GF David Bongart erläutert an der Aussicht in Dernau

Altenahr Tunnelausgang nach der Flut

Altenahr Tunnelausgang saniert

Lions in der Roemervilla mit Herrn Wagner als Führer

Winzergenossenschaft in Mayschoss – das Wasser stand im oberen Fensterbereich

Ein netter Spruch in der Gaststätte Hofgarten in Dernau, Weingut Meyer-Näkel

Vor dem Regierungsbunker mit Horst Gies, MdL

Im Lagezentrum im Bunker

Kilometerlange Tunnel

Jesuitenbibliothek im heutigen Benediktinerkloster Maria Laach

Abschiedsbild, Maria Laach
Gernot Ludwig, SWR: Die Recherche ist meine große Leidenschaft
Bingen 15.04.2026: Gernot Ludwig, landespolitischer Korrespondent des SWR in Mainz, erörterte beim Lions Club Bingen im Gespräch mit dessen Präsidenten Jörg Berres die aktuellen Herausforderungen für guten Journalismus. Ludwig wurde als Journalist vorgestellt, der regelmäßig komplexe und gesellschaftlich relevante Themen im Hörfunk und Fernsehen des SWR begleitet.
Seine Recherche zu den Nebeneinkünften der rheinland-pfälzischen Landtagsabgeordneten führte vor einigen Jahren zur Änderung des Abgeordnetengesetzes. Abgeordnete müssen ihre Nebeneinkünfte seitdem offenlegen. Ebenso deckte er im Umweltministerium die jahrelange rechtswidrige Beförderung von Mitarbeitern auf. Nach einer intensiven politischen Debatte gaben die Umweltministerin und der Staatssekretär ihr Amt auf.
Wie im Gespräch deutlich wurde, entwickelte Ludwig bereits früh Interesse am Journalismus und sammelte Erfahrungen bei verschiedenen Sendern und Zeitungen, bevor er 2008 zum SWR kam und dort vor rund 13 Jahren in die Fachredaktion Landespolitik wechselte. Besonders die Recherche komplexer Sachverhalte ist für den Diplom Betriebswirt zur Leidenschaft geworden.
Als wichtige Quellen nannte er unter anderem Berichte unabhängiger Institutionen wie des Rechnungshofs, aber auch vertrauliche Hinweise. Entscheidend sei dabei, dass Informanten geschützt werden und Vertrauen in die journalistische Arbeit haben können. „Guter Journalismus erfordert Verantwortung und vor allem Fakten, die immer wieder auf ihre Belastbarkeit überprüft werden müssen“, betonte Ludwig. Hartnäckigkeit und Ausdauer seien zudem unerlässlich – Recherchen könnten sich über Wochen hinziehen.
Im Gespräch wurde damit deutlich, dass qualitativ hochwertiger Journalismus Zeit, Personal und finanzielle Ressourcen erfordert. Der Rundfunkbeitrag sichere dabei eine zentrale Grundlage für die unabhängige Arbeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Zugleich wurde diskutiert, dass auch Zeitungen im digitalen Zeitalter vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen stehen. „Gute Recherchen brauchen auch zahlende Leser“, so Ludwig.
Die Künstliche Intelligenz könne bei der Recherche oder beim Schreiben unterstützen, ersetze aber nicht die persönliche Aufarbeitung eines Themas durch Gespräche und eigene Recherchen. Gleichzeitig wachse die Herausforderung durch Desinformation, etwa durch Fake News oder KI-generierte Bilder und Videos. „Auch schnelle Informationen in sozialen Medien gehören zu unserem Auftrag. Grundlage bleibt jedoch stets sorgfältig recherchierter Journalismus“, so Ludwig abschließend.
Weinbau – jede Generation entwickelt unser Kulturgut weiter
Bingen 01.04.2026: „Wir lernen aus der Geschichte, dass wir überhaupt nichts lernen“, stellte der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel einst fest. Ökonomierat Ingo Steitz widersprach diesem provokanten Zitat bei seinem Vortrag über die Zukunft des Weinbaus beim Lions Club Bingen entschieden. Viele Weinbaubetriebe hätten über Generationen hinweg aus der Vergangenheit gelernt und das Kulturgut Wein kontinuierlich weiterentwickelt.
Der ehemalige Präsident des Weinbauverbandes Rheinhessen und Vizepräsident des Deutschen Weinbauverbandes verdeutlichte anhand zahlreicher Gesetzesänderungen und Statistiken die aktuellen Herausforderungen für die Winzerschaft. So ist der Weinkonsum in Deutschland zwischen 2016 und 2023 von 21 auf 19 Liter pro Kopf und Jahr gesunken. Gleichzeitig schreitet der Strukturwandel voran: Die Zahl der Weinbaubetriebe ging von 2010 bis 2023 um rund 30 Prozent zurück. Während insbesondere kleinere Betriebe aufgeben, wächst die Zahl größerer Betriebe mit mehr als 20 Hektar Fläche.
Steitz betonte, dass sich Betriebe heute nur noch mit hoher Qualität sowie effizienten Produktions- und Vertriebsstrukturen am Markt behaupten können. Neben dem veränderten Konsumverhalten stellen vor allem steigende Produktionskosten, die höchsten Mindestlöhne im Wettbewerb mit anderen EU-Anbaugebieten sowie zunehmende Bürokratie die Winzer vor große Herausforderungen.
Gleichzeitig zeigte sich Steitz zuversichtlich: „Viele junge, gut ausgebildete Winzer stellen sich diesen Anforderungen und engagieren sich für ein Kulturgut, das nicht nur unsere Kulturlandschaft prägt, sondern auch für Lebensqualität und Identität steht.“
In der anschließenden Diskussion wurden auch Chancen alkoholfreier Weine und Sekte thematisiert. Deren Herstellung erfordert jedoch zusätzliche technische Verfahren, die sich wirtschaftlich meist erst bei größeren Absatzmengen darstellen lassen.
Zum Abschluss dankte der Präsident des Lions Club Bingen, Jörg Berres, dem Referenten für einen hochinteressanten Abend. Mit seinem langjährigen Engagement, ausgezeichnet unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz und der Ernennung zum Ökonomierat, zählt Steitz zu den prägenden Persönlichkeiten des Weinbaus in Rheinland-Pfalz.
TH Bingen: Fast 40 Studiengänge und digitale Angebote mit internationaler Reichweite
Bingen 18.03.2026: Die Technische Hochschule Bingen hat sich in fast 130 Jahren zu einem wichtigen Motor für Innovation, Unternehmen und hochqualifizierte Beschäftigung in der Region entwickelt. Mit derzeit rund 40 Studiengängen und etwa 150 Laboren bietet sie ein breites Spektrum über die klassischen Ingenieur- und Naturwissenschaften hinaus in interdisziplinären Angeboten wie der Biotechnologie.
Die Präsidentin der Hochschule, Prof. Dr. Antje Krause, beschrieb die TH Bingen anlässlich des Besuchs der Lions Clubs Bingen und Rhein-Nahe als „eine kleine, zugleich dynamisch wachsende Hochschule“. Ihre besondere Stärke liege in der Praxisnähe: „Kurze Wege zwischen Studierenden und Lehrenden sowie moderne, digitale und englischsprachige Studienangebote zeichnen uns aus.“
Die internationale Nachfrage nach Studienplätzen – unter anderem aus Indien – übersteigt inzwischen die vorhandenen Kapazitäten. Insgesamt fehlt der TH schon lange ein großer, multifunktionaler Hörsaal. Nach 15 Jahren Planungszeit soll ein teilbares Audimax mit 400 Plätzen in Kürze in Betrieb gehen. „Der ursprüngliche Standort in Bingen wurde 1897 als Rheinisches Technikum innerhalb eines Jahres errichtet“, so Krause mit einem Augenzwinkern. Stolz verspürt die Hochschule auch über das soeben erlangte Promotionsrecht an einigen Lehrstühlen. Damit verbindet die Hochschule praxisorientierte Lehre in noch stärker mit wissenschaftlicher Forschung.
Im Anschluss erhielten die Lions Einblicke in die Labore der Biotechnologie, einem besonders dynamisch wachsenden Studienbereich.
Dr.-Ing. Marco Witthohn erläuterte ein Forschungsprojekt mit neuartigen, transferierbaren Skalierungsverfahren für biotechnologische Prozesse am Beispiel der Kultivierung von Mikroalgen. Prof. Dr. Maik-Jörg Lehmann berichtete in einem neuen Labor über die hohen Sicherheitsstandards in der Biochemie sowie in der Zell- und Mikrobiologie. Auch praxisnahe Aspekte wurden anschaulich vermittelt: So kann beim Reinigen staubbelasteter Räume – etwa von Kellern – das Tragen einer FFP2-Maske sinnvoll sein, um Infektionen durch das Hantavirus zu vermeiden. Dieses wird über Ausscheidungen von Nagetieren übertragen.
Ein weiteres Forschungsfeld stellte Prof. Dr. Kerstin Troidl vor: In der biomedizinischen Forschung zur Wundheilung wird untersucht, wie sich insbesondere chronische Wunden besser schließen lassen. Mit künstlichen Wunden in Hautzellen von Mäusen werden Versuche gestartet, wie sich die Wunden am schnellsten wieder schließen lassen.
Abschließend präsentierte Prof. Dr. Lehmann ein internationales Zertifikatsprogramm in der Biotechnologie mit über 20 praxisorientierten Lernmodulen. Studierende aus Ruanda können daran vollständig digital teilnehmen und anerkannte Zusatzqualifikationen erwerben. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie moderne Technologien und innovative Lehrkonzepte neue Zugänge zur Bildung eröffnen.
Nach rund zwei Stunden dankte der Präsident des Lions Clubs Bingen, Jörg Berres, für die eindrucksvollen Einblicke in die Entwicklung und die Zukunftsperspektiven der TH Bingen.
Lesen lernen heißt leben lernen
Rotary und Lions Club Bingen fördern das Lesen seit 20 Jahren
Bingen, 12.03.2026: Mit dem Erlös aus dem Verkauf der Adventskalender im Jahr 2025 kann die Leseförderung an elf Grundschulen in Bingen und Umgebung im Schuljahr 2025/26 fortgesetzt werden. Bei der Übergabe der Bücher in der Grundschule am Nahetor in Münster-Sarmsheim durch die Präsidenten der beiden Clubs freuten sich die Kinder über den neuen Lesestoff – ein eigenes Buch, das sie mit nach Hause nehmen dürfen.
Die Leseförderung startete im Schuljahr 2006/07 an den Grundschulen in Bingen mit 473 Büchern für jeweils zwei Klassen. Mit dem Start des Binger Adventskalenders im Jahr 2008 kamen im Laufe der Jahre weitere Schulen hinzu. Ferner sind alle Grundschulklassen in die Leseförderung einbezogen.
Im aktuellen Schuljahr 2025/26 erhalten die Schulen 1.514 altersgerechte und pädagogisch ausgewählte Bücher eines Schulbuchverlages. Die Bücher werden im Unterricht als wertvolle Ergänzung und Unterstützung für die Leseförderung eingesetzt, berichtete der Leiter der Grundschule, Christoph Wiemer. Die Lehrerinnen und Lehrer erhalten begleitende Handbücher mit Methodenvorschlägen, Arbeitsblättern und Anleitungen, die zur vertieften Auseinandersetzung mit den Büchern anregen. Die spannenden Themen – in diesem Jahr unter anderem Zauberin, Piraten, Meisterdieb und Europa – motivieren viele Kinder zusätzlich, ihr eigenes Buch in die Hand zu nehmen und zu lesen, so Wiemer.
Bücherübergabe in der Klasse 2 b in der Grundschule am Nahetor in Münster-Sarmsheim – letzte Reihe v.l. Jörg Berres, Nico Seidel, Christoph Wiemer, Ines Busch
Neben den Büchern erhalten auch die Fördervereine der elf Schulen eine wichtige Unterstützung in Höhe von insgesamt 12.000 Euro aus dem Verkauf der Adventskalender. Die Vereine setzen diese unter anderem für Förderangebote bei Leseschwächen ein. Über die Verwendung der Mittel wird jährlich berichtet.
Insgesamt konnten in den vergangenen 20 Jahren 208.000 Euro an Spenden für die Fördervereine sowie mehr als 25.135 Bücher für die Leseförderung bereitgestellt werden. Das ist nicht zuletzt der Verdienst der mitwirkenden Schulen, vieler treuer Käuferinnen und Käufer des Binger Adventskalenders sowie der unterstützenden Binger Unternehmen, resümierten die Präsidenten Nico Seidel und Jörg Berres.
Die Bedeutung der Aktion ist ungebrochen: Laut internationalen Vergleichsstudien ist die Lesekompetenz deutscher Viertklässler im internationalen Vergleich zuletzt gesunken; etwa ein Viertel erreicht nicht die für die weitere Schullaufbahn notwendigen Mindeststandards. Mit der Leseförderung wirken die Clubs diesem Trend gezielt entgegen, denn das Lesenlernen in der frühen Schulzeit ist eine wesentliche Grundlage für den weiteren schulischen Erfolg.
Lions Club Bingen pflanzt Obstbäume im Binger Wald
Apfel, Birne, Mirabelle und Speierling steigern Biodiversität
Bingen, 11.03.2026: Für die Freunde des Lions Clubs Bingen galt es auch in diesem Jahr im Binger Wald Bäume zu pflanzen. Mit Spaten und Pflanzwerkzeug ging es vom Forsthaus Heiligkreuz etwa eine Viertelstunde zu Fuß zum Einsatzort – bei bestem Wetter.
Dort erläuterte Maximilian Roffhack vom Forstrevier Heiligkreuz die Pflanzaktion. Neben den Hauptholzarten im Binger Wald wie Eiche, Buche oder Fichte ist ihm die Förderung weiterer und klimastabiler Baumarten wichtig. Dazu zählt auch das Streuobst. Entlang des Weges lagen zehn rund 1,60 Meter hohe Obstbäume bereit: Apfel, Birne, Mirabelle und Speierling. Der Revierleiter erklärte deren Bedeutung in Wald und Flur. Gerade in Mitteleuropa wurden solche Bäume früher bewusst an Wegen gepflanzt. Sie haben einen hohen ökologischen und kulturellen Wert und sind für viele Tierarten besonders wertvoll. Die Blüten ebenso wie die Früchte dienen zahlreichen Tieren als Nahrung. Alte Obstbäume bieten zudem Höhlen, Totholz und Rindenspalten als Lebensraum für Spechte, Fledermäuse und Käfer. Gerade die trockenresistenten Sorten wie Speierling und Wildbirne gehören dabei zu den ökologisch wertvollsten Baumarten im Wald. Der Speierling kann bis zu 30 Meter hoch und bis zu 600 Jahre alt werden.
Für die Lions war das Motivation genug, unter Anleitung des Försters die jungen Obstbäume fachgerecht zu pflanzen. Auch die Jüngsten in der Runde, Franz (4), Elena (8) und Luisa (10), waren tatkräftig und mit großer Begeisterung dabei. Noch rund zwei Jahre erhalten die jungen Bäume – gerade in Zeiten mit wenig Regen – ausreichend Wasser, damit die Anpflanzung nachhaltig gelingt.
Die nächste Lions-Generation ist aktiv dabei!
“Die Unterstützung der Aufforstung durch engagierte Bürgerinnen und Bürger ist für uns als Forstrevier ein wichtiger Beitrag – auch zur Bewältigung des Klimawandels”, betonte Revierleiter Roffhack. Oberbürgermeister Thomas Feser ergänzte: „Die Pflanzaktion des Lions Clubs Bingen zeigt wieder einmal, wie wichtig solche Initiativen für den Erhalt unserer Umwelt und zur Förderung der Biodiversität sind. Gemeinsam Verantwortung für unsere Natur zu übernehmen, ist heute wichtiger denn je.“
Der Präsident des Lions Clubs Bingen, Jörg Berres, kündigte an, dass der Club im Jahr 2026 noch eine weitere Aufforstungsaktion – diesmal in Zusammenarbeit mit Schulen – unterstützen möchte. Hierfür stünde bereits eine Spende von 750 Euro zur Verfügung.
Nach getaner Arbeit stärkten sich die Helferinnen und Helfer gemeinsam in der Gaststätte Heiligkreuz.
Die Zukunft im Ahrtal hat wieder begonnen
Bingen, 02.03.2026: Der traditionelle Ausflug des Lions Clubs Bingen führte in diesem Jahr in das Ahrtal, das am 14./15. Juli 2021 von einer Jahrhundertkatastrophe mit über 135 Todesopfern heimgesucht wurde. Auch die Binger Lions spendeten in dieser Zeit mehrfach für die Bewältigung der Flutkatastrophe.
Auf dem Weg ins Ahrtal besuchten die Lions zunächst das Deutsche Vulkanmuseum Lava-Dome, das die geologische Geschichte der Region eindrucksvoll vermittelt. Die im Mittelalter durch Basaltabbau entstandenen Lavakeller waren für Mendig im 19. Jahrhundert aufgrund ihrer konstanten Temperatur von großer Bedeutung als Lagerstätten für untergäriges Bier. Im Anschluss lud die benachbarte Vulkanbrauerei zur Einkehr ein.
Im Ahrtal wurden die Lions vom Geschäftsführer der Zukunftsregion Ahr e. V., David Bongart, zu einem Vortrag mit anschließender Rundfahrt empfangen. Mit seinem privaten Haus selbst von der Katastrophe betroffen, schilderte er eindrucksvoll die Ereignisse des Katastrophentages, die schwierige Zeit danach sowie die überwältigende Hilfsbereitschaft. Kaum jemand im Tal kennt nicht Menschen, die Angehörige verloren haben. Ein zentrales Fazit: Der Hochwasserschutz muss künftig eine nachhaltige Priorität erhalten. Jahrhundert-Hochwasser an der Ahr gab es bereits 1804 und 1910. Das Bauen in unmittelbarer Flussnähe gehört der Vergangenheit an. Entscheidend ist nun insbesondere der Bau von Rückhaltebecken mit den dafür notwendigen finanziellen Mitteln.
Wer heute durch das Ahrtal fährt, sieht u.a. eine erneuerte Bahntrasse mit Zügen im Halbstundentakt sowie Gemeinden mit zahlreichen sanierten oder neu errichteten Gebäuden und Einrichtungen. Im besuchten Hotel in Altenahr und in den gastronomischen Betrieben erlebten die Lions hohe Qualität und große Gastfreundschaft. Auch die Führung in Bad Neuenahr-Ahrweiler vermittelte eindrucksvoll den Stand des Wiederaufbaus, unter anderem bei den Kureinrichtungen entlang der Ahr. Rund 5 Milliarden Euro aus dem gemeinsamen Fördertopf von Bund und Ländern sind bislang ins Ahrtal geflossen; zahlreiche Projekte befinden sich jedoch noch in Planung.
Zum Programm gehörten zudem der Besuch der Römervilla sowie des ehemaligen Regierungsbunkers – beide mit eindrucksvollen Führungen. Die beim Straßenbau 1980 entdeckte Römervilla versetzt Besucher gedanklich in die Zeit der Kelten und Römer im 2. und 3. Jahrhundert. Sichtbar sind die Reste eines römischen Gutshofes mit Heizsystem und Badeanlagen. Der nahegelegene Regierungsbunker umfasste einst eine 17 Kilometer lange Anlage und ist ein bedeutendes Zeugnis des Kalten Krieges. In den 1990er Jahren wurde er – auch aus Kostengründen – stillgelegt. An dieser Station begrüßte der Erste Kreisbeigeordnete und Landtagsabgeordnete Horst Gies die Binger Lions-Freunde. Der Präsident des Lions Clubs Bingen, Jörg Berres, bedankte sich in alter Verbundenheit und resümierte: „Die Gemeinden und ihre Einwohner haben in wenigen Jahren Unglaubliches geleistet. Die Zukunft im Ahrtal hat wieder begonnen.“
In dem renommierten Rotweinanbaugebiet durfte schließlich ein Besuch in Mayschoß bei der ältesten Winzergenossenschaft der Welt nicht fehlen. Nach Kellerführung und Weinprobe nahm so mancher Lions-Freund eine „flüssige Erinnerung“ mit nach Hause.
Den Abschluss des dreitägigen Ausflugs bildete auf dem Rückweg das Benediktinerkloster Maria Laach. Neben den zahlreichen Sehenswürdigkeiten beeindruckte insbesondere die prachtvolle Jesuitenbibliothek aus dem 19. Jahrhundert.
Die Binger Lions verabschiedeten sich mit dem Fazit: „Die Ahr lädt zum Wiederkommen ein.“
Im Lava-Keller in Mendig
GF David Bongart erläutert an der Aussicht in Dernau
Altenahr Tunnelausgang nach der Flut
Altenahr Tunnelausgang saniert
Lions in der Roemervilla mit Herrn Wagner als Führer
Winzergenossenschaft in Mayschoss – das Wasser stand im oberen Fensterbereich
Ein netter Spruch in der Gaststätte Hofgarten in Dernau, Weingut Meyer-Näkel
Vor dem Regierungsbunker mit Horst Gies, MdL
Im Lagezentrum im Bunker
Kilometerlange Tunnel
Jesuitenbibliothek im heutigen Benediktinerkloster Maria Laach
Abschiedsbild, Maria Laach
Mit Klasse2000 stark und gesund in die Zukunft
Bingen, 13.02.2026: Das bundesweit größte Programm der Gesundheitsförderung, Gewalt- und Suchtvorbeugung im Grundschulalter ist seit 1991 Aufgabe des Vereins Programm Klasse 2000 e.V. Dieses von einem Lions-Mitglied entwickelte Präventionsprogramm wird vom Lions Club Deutschland als Partner unterstützt. Die Regionalleiterin Rheinland-Pfalz Nord, Martina Jonas, berichtete im Lions Club Bingen von über 2,4 Millionen Kindern, die in den letzten 25 Jahren mit den wichtigen Themen des Lebens erreicht werden konnten. Zu den 15 Schulstunden im Jahr zählen in den vier Grundschulklassen gesund essen und trinken, bewegen und entspannen, sich selbst mögen und Freunde haben, Probleme und Konflikte lösen oder auch kritisches Denken und Nein sagen können, z.B. zu Rauchen oder Alkohol. Das Präventionsprogramm wird wissenschaftlich begleitet, Studien bescheinigen Klasse2000 die höchste Kategorie „Effektivität nachgewiesen“. Von Lehrkräften wurde es als „gut“ oder „sehr gut“ bewertet, 98 Prozent der Schulleitungen und Paten würden das Programm weiterempfehlen. Den anwesenden Lions wurde von Martina Jonas sehr unterhaltsam der Weg unserer Nahrung im Körper erläutert und aufgezeigt.
Martina Jonas und aktive Lions
Martina Jonas: „Es geht darum anschaulich und spielerisch die wichtigen Dinge für das künftige Leben zu lernen“, lernen müsse Spaß machen. Die Kinder nehmen das Erlernte gerne mit nach Hause und werben dann selbst für eine gesunde Ernährung und ein gutes Miteinander. Die teilnehmenden Schulen erhalten Schulungsmaterial und werden durch Gesundheitsförderer tatkräftig unterstützt. Auch die Eltern würden mit Briefen in einfacher Sprache in die Schulung der Kinder eingebunden. Das Geld der Paten des Klasse2000 Programms ist nicht nur gut in die Zukunft der Kinder angelegt, sondern gemäß DZI Spenden-Siegel sparsam und korrekt verwendet, betonte Jonas weiter. Für 280 € pro Klasse und Schuljahr kann man eine Patenschaft übernehmen. Martina Jonas bot ihre Unterstützung an, auch Binger Grundschulen für Klasse2000 zu interessieren. Viele andere Schulen in Mainz-Bingen oder auch in den Nachbarkreisen wären mit dabei. Der Präsident des Lions Clubs Bingen, Jörg Berres, bedankte sich sehr herzlich für die kurzweilige Präsentation und ein Präventionsprogramm, das heute wichtiger denn je sei. Er kündigte abschließend weitere Beratungen im Vorstand und Überlegungen zur Ansprache der Grundschulen in Bingen an.
Dr. Jörg Straßburger – ist Indien wirklich unglaublich?
Bingen, 21.01.2026: Der Unternehmer und Berater Dr. Jörg Straßburger aus Münster-Sarmsheim ist seit mehr als 20 Jahren mit Leidenschaft und Erfolg in Indien tätig. Im Lions Club Bingen schilderte er seine Erfahrungen, die von viel Licht und vergleichsweise wenigen Schatten geprägt sind. Europa blicke in diesen Tagen zu Recht nach Osten – auf ein riesiges Land mit rund 1,4 Milliarden Menschen und einem bemerkenswert niedrigen Durchschnittsalter von etwa 29 Jahren. Vor über zwei Jahrzehnten führte ihn sein beruflicher Weg als Führungskraft im Unternehmen Lanxess nach Indien. Beim Bau eines Chemiewerks lernte er das größte demokratische Land der Welt auch von der Seite seiner bürokratischen Herausforderungen kennen. Diese erschienen ihm jedoch im Vergleich zu Europa überschaubar und im Dialog meist lösbar. Auch die unterschiedlichen politischen Kräfte im Vielvölkerstaat Indien spielten dabei eine Rolle. Mitunter werde mehr versprochen, als letztlich gehalten werden könne. Auf das Rechtssystem sei jedoch im Zweifel Verlass, betonte Dr. Straßburger.
Für ihn überwiegen die wirtschaftlichen Vorteile Indiens deutlich. Die Baukosten lägen selbst bei gehobenen Standards um bis zum Faktor zehn unter denen in Deutschland. Hinzu komme eine außergewöhnlich hohe Arbeitsmotivation in dem jungen Land. Diese positiven Erfahrungen hätten ihn schließlich dazu bewogen, sich als selbstständiger Unternehmer mit dem Schwerpunkt Indien zu etablieren. Seit 2015 organisiert er für westliche Unternehmen Kontakte und Geschäftsbeziehungen in Indien. Auf Nachfrage der Lions hob Straßburger insbesondere die gute theoretische Ausbildung vieler junger Menschen hervor. Zudem seien Freundlichkeit, eine positive Grundeinstellung und eine hohe Arbeitsbereitschaft prägend für die Zusammenarbeit mit indischen Partnern. Indien werde in wenigen Jahren nach den USA und China die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt sein. Zugleich bleibe das Land ein Ort großer Gegensätze. Die relative Armut habe durch ein überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum deutlich reduziert werden können. Dennoch müssten viele Menschen weiterhin mit umgerechnet etwa acht US-Dollar pro Tag auskommen. Die sozialen Sicherungssysteme seien stark fragmentiert und mit dem deutschen Sozialversicherungssystem nicht vergleichbar.
Unter dem Strich stand ein klares Fazit: „Indien ist wirklich unglaublich.“ Man müsse das Land jedoch verstehen und seine Vielfalt lieben, um dort erfolgreich zu sein, betonte Dr. Straßburger abschließend.
Dr. Jörg Straßburger und Jörg Berres
Förderverein des Lions Club Bingen zieht Jahresbilanz
Bingen, 14.01.2026: Lions Clubs führen Veranstaltungen und Spendenaktionen über gemeinnützige Fördervereine durch. Die Mitglieder im Lions Club Bingen sind daher auch Mitglied in der Vereinigung der Freunde des Lions-Club Bingen e. V. Auf der jährlichen Mitgliederversammlung zog der Förderverein nun Bilanz. Der Vorsitzende des Fördervereins, Dr. Peter Comes, und der derzeitige Präsident des Clubs, Jörg Berres, dankten den Mitgliedern für ihr großes Engagement, das nicht selten mit einem größeren persönlichen und zeitlichen Einsatz verbunden ist. Veranstaltungen wie z.B. das Entenrennen werden wochenlang im Ehrenamt vorbereitet. Durch diese nachhaltige Unterstützung von größeren und kleineren Activities – gemäß dem Lions Motto „WE SERVE – konnten in 2025 Spenden von über 28.000 Euro für den guten Zweck gewährt werden, bilanzierte Dr. Comes. Zu nennen sind vor allem die Finanzierung von Nichtschwimmerkursen des SSV Bingen zugunsten sozial benachteiligter Kinder, die Unterstützung der Herberge Bingen für obdachlose Mitbürger, Spenden für Menschen mit Augen- und Hörbehinderungen in Tansania, die Unterstützung des Vereins „Trauernde Eltern und Kinder“, die Förderung einer Begegnungsreise von Schülern aus Tansania mit der Hildegardisschule in Bingen oder die kontinuierliche Unterstützung der vom Krieg gebeutelten Menschen in der Ukraine. Ferner zählt der „Binger-Adventskalender“ von Rotary und Lions seit langem zu einer wichtigen und anerkannten Acitivity in Bingen. Für 2026 steht bei Lions wieder eine Oldie-Night im Programm, eine der großen Veranstaltungen, um finanzielle Mittel für neue Unterstützungsmaßnahmen zu erschließen.
Lions Clubs unterstützen Herberge Bingen mit 8.000-Euro-Spende
Bingen 01.12.2025: Die Präsidenten des Lions Clubs Bingen und Rhein-Nahe, Jörg Berres und Dr. Annette Deynet-Vucenovic überreichten in der Herberge Bingen eine gemeinsame Spende in Höhe von 8.000 Euro. Mit diesem Betrag unterstützen die Lions ein wichtiges Erneuerungsprojekt: die Anschaffung neuer Betten, Matratzen und Nachttische für die Schlafräume der Einrichtung.
„Nach über 15 Jahren intensiver Nutzung sind unsere Betten stark abgenutzt. Eine Erneuerung ist dringend nötig, um die Räume besser nutzen zu können, die Reinigung zu erleichtern und die hygienische Unterbringung zu ermöglichen“ betont Herbergsleiter Sascha Horn. „Ein Bett ist für viele unserer Gäste mehr als Schlafplatz“, ergänzt die pädagogische Leitung, Diane Wüst. „Es bedeutet ein Stück Zuhause, Stabilität und Wärme – gerade jetzt, wo es draußen so kalt ist.“
Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 16.000 Euro. Durch die Spende der beiden Lions Clubs ist ein bedeutender Teil der Summe bereits gedeckt. Weitere Spenden im Laufe des Jahres haben zusätzlich zur Finanzierung beigetragen, dennoch fehlt noch ein relevanter Betrag, um das Vorhaben vollständig abzuschließen. Die Anschaffung der neuen Betten ist für das Frühjahr 2026 geplant.
Die Vertreter der Herberge Bingen bedankten sich herzlich bei den Lions Clubs Bingen und Rhein-Nahe sowie bei allen bisherigen Unterstützerinnen und Unterstützern. Um das Projekt zeitnah realisieren zu können, ruft die Einrichtung weiterhin zu Spenden auf. Jede Hilfe trägt dazu bei, Menschen in akuter Not ein Stück Wärme und Geborgenheit zu schenken. Spendenkonto: Caritasverband Mainz e.V., Pax Bank eG, IBAN: DE28 3706 0193 4003 5000 18, BIC: GENODED1PAX Verwendungszweck: „Herberge Bingen“
v.l. Dr. Peter Comes, Jörg Berres, Sascha Horn, Dr. Annette Deynet-Vucenovic, Martin Reimann