Bingen, 02.03.2026: Der traditionelle Ausflug des Lions Clubs Bingen führte in diesem Jahr in das Ahrtal, das am 14./15. Juli 2021 von einer Jahrhundertkatastrophe mit über 135 Todesopfern heimgesucht wurde. Auch die Binger Lions spendeten in dieser Zeit mehrfach für die Bewältigung der Flutkatastrophe.
Auf dem Weg ins Ahrtal besuchten die Lions zunächst das Deutsche Vulkanmuseum Lava-Dome, das die geologische Geschichte der Region eindrucksvoll vermittelt. Die im Mittelalter durch Basaltabbau entstandenen Lavakeller waren für Mendig im 19. Jahrhundert aufgrund ihrer konstanten Temperatur von großer Bedeutung als Lagerstätten für untergäriges Bier. Im Anschluss lud die benachbarte Vulkanbrauerei zur Einkehr ein.
Im Ahrtal wurden die Lions vom Geschäftsführer der Zukunftsregion Ahr e. V., David Bongart, zu einem Vortrag mit anschließender Rundfahrt empfangen. Mit seinem privaten Haus selbst von der Katastrophe betroffen, schilderte er eindrucksvoll die Ereignisse des Katastrophentages, die schwierige Zeit danach sowie die überwältigende Hilfsbereitschaft. Kaum jemand im Tal kennt nicht Menschen, die Angehörige verloren haben. Ein zentrales Fazit: Der Hochwasserschutz muss künftig eine nachhaltige Priorität erhalten. Jahrhundert-Hochwasser an der Ahr gab es bereits 1804 und 1910. Das Bauen in unmittelbarer Flussnähe gehört der Vergangenheit an. Entscheidend ist nun insbesondere der Bau von Rückhaltebecken mit den dafür notwendigen finanziellen Mitteln.
Wer heute durch das Ahrtal fährt, sieht u.a. eine erneuerte Bahntrasse mit Zügen im Halbstundentakt sowie Gemeinden mit zahlreichen sanierten oder neu errichteten Gebäuden und Einrichtungen. Im besuchten Hotel in Altenahr und in den gastronomischen Betrieben erlebten die Lions hohe Qualität und große Gastfreundschaft. Auch die Führung in Bad Neuenahr-Ahrweiler vermittelte eindrucksvoll den Stand des Wiederaufbaus, unter anderem bei den Kureinrichtungen entlang der Ahr. Rund 5 Milliarden Euro aus dem gemeinsamen Fördertopf von Bund und Ländern sind bislang ins Ahrtal geflossen; zahlreiche Projekte befinden sich jedoch noch in Planung.
Zum Programm gehörten zudem der Besuch der Römervilla sowie des ehemaligen Regierungsbunkers – beide mit eindrucksvollen Führungen. Die beim Straßenbau 1980 entdeckte Römervilla versetzt Besucher gedanklich in die Zeit der Kelten und Römer im 2. und 3. Jahrhundert. Sichtbar sind die Reste eines römischen Gutshofes mit Heizsystem und Badeanlagen. Der nahegelegene Regierungsbunker umfasste einst eine 17 Kilometer lange Anlage und ist ein bedeutendes Zeugnis des Kalten Krieges. In den 1990er Jahren wurde er – auch aus Kostengründen – stillgelegt. An dieser Station begrüßte der Erste Kreisbeigeordnete und Landtagsabgeordnete Horst Gies die Binger Lions-Freunde. Der Präsident des Lions Clubs Bingen, Jörg Berres, bedankte sich in alter Verbundenheit und resümierte: „Die Gemeinden und ihre Einwohner haben in wenigen Jahren Unglaubliches geleistet. Die Zukunft im Ahrtal hat wieder begonnen.“
In dem renommierten Rotweinanbaugebiet durfte schließlich ein Besuch in Mayschoß bei der ältesten Winzergenossenschaft der Welt nicht fehlen. Nach Kellerführung und Weinprobe nahm so mancher Lions-Freund eine „flüssige Erinnerung“ mit nach Hause.
Den Abschluss des dreitägigen Ausflugs bildete auf dem Rückweg das Benediktinerkloster Maria Laach. Neben den zahlreichen Sehenswürdigkeiten beeindruckte insbesondere die prachtvolle Jesuitenbibliothek aus dem 19. Jahrhundert.
Die Binger Lions verabschiedeten sich mit dem Fazit: „Die Ahr lädt zum Wiederkommen ein.“

Im Lava-Keller in Mendig

GF David Bongart erläutert an der Aussicht in Dernau

Altenahr Tunnelausgang nach der Flut

Altenahr Tunnelausgang saniert

Lions in der Roemervilla mit Herrn Wagner als Führer

Winzergenossenschaft in Mayschoss – das Wasser stand im oberen Fensterbereich

Ein netter Spruch in der Gaststätte Hofgarten in Dernau, Weingut Meyer-Näkel

Vor dem Regierungsbunker mit Horst Gies, MdL

Im Lagezentrum im Bunker

Kilometerlange Tunnel

Jesuitenbibliothek im heutigen Benediktinerkloster Maria Laach

Abschiedsbild, Maria Laach

